Lebenslauf Moritz Leuenberger

Schule, Studium, Beruf, Familie

Moritz Leuenberger wurde am 21. September 1946 in Biel geboren und ist in Rohrbach (Kanton Bern) heimatberechtigt. Er wuchs mit einer Schwester und zwei Brüdern zunächst in Biel, dann in Basel auf. Später zog die Familie nach Zürich, wo sein Vater Theologieprofessor und während zweier Jahre Universitätsrektor war.Nach der Matura Typ A in Basel: Studium der Rechtswissenschaften, Gerichtspraxis und anschliesßnd von 1972 bis 1991 eigenes Anwaltsbüro in Zürich.

Zu den öffentlich bekanntgemachten Fällen zählen ein Prozeß gegen den Nestlé-Konzern (”Nestlé tötet Babys”), die Unterstützung der Regierung der Philippinen bei der Suche nach den Geldern des Diktators Marcos in der Schweiz und die Verteidigung des Schriftstellers Niklaus Meienberg gegen die Familie Wille.

Moritz Leuenberger ist mit der Architektin Gret Loewensberg verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne.

Politische Tätigkeit

Politischer Einsatz als Schüler und später als Student, etwa durch öffentliche Stellungnahmen zugunsten von Militärdienstverweigerern aus Gewissensgründen oder als Mitglied im Jugendparlament.
Mitglied im kleinen Studentenrat (Studentenexekutive). Beitritt während des Studiums zur sozialdemokratisch orientierten “Sozialistischen Hochschulgruppe” und 1969 zur Sozialdemokratischen Partei (SP).
1972 bis 1980 Präsident der Sozialdemokratischen Partei der Stadt Zürich. Von 1986 bis 1991 Präsident des schweizerischen Mieterverbandes.

Parlament und Regierung

1974 bis 1983 im Gemeinderat (Parlament) der Stadt Zürich.1979: Wahl in den Nationalrat. Dort unter anderem Präsident der parlamentarischen Kommission für die Aktienrechtsreform, Präsident der Geschäftsprüfungskommission sowie Präsident der parlamentarischen Untersuchungskommission PUK 1, welche die Amtsgeheimnisverletzung der zurückgetretenen Bundesrätin Elisabeth Kopp aufklären sollte, im Verlauf der Untersuchung aber den so genannten Fichenskandal aufdeckte: Bundespolizei und Bundesanwaltschaft hatten 900′000 detaillierte Dossiers über Personen und Organisationen aus dem linken Umfeld angelegt.

1991: Wahl zum Regierungsrat des Kantons Zürich (zweiter Regierungssitz für die Sozialdemokratische Partei zulasten der SVP, unterlegener Gegenkandidat: Ueli Maurer). Vorsteher der Direktionen des Innern und der Justiz. 1995 zusätzliche Übernahme der Kulturförderung und der Jugendanwaltschaften.

27. September 1995: Wahl in den Bundesrat, Leitung des Eidgenössischen Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartements. Später wurde dem EVED zusätzlich der Umweltschutz, die Raumplanung und der Strassenverkehr zugeteilt und das Departement in UVEK (Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation) umbenannt.

In den Jahren 2001 und 2006 war Moritz Leuenberger Bundespräsident.

Veröffentlichungen und Auszeichnungen

2001: Ehrendoktor der Universität Udine für innovative verkehrspolitische Anstösse zuhanden des europäischen Gemeinschaftsrechtes (Schweizerische Verlagerungspolitik).2003: Als erster Schweizer Cicero-Preis für die beste politische Rede im deutschsprachigen Raum über “Das Böse, das Gute, die Politik”, gehalten am 6. September 2002 beim Symposium “Verführung” des Lucerne Festivals.

2009: Die Gemeinschaft der Europäischen Bahnen (CER) und die Vereinigung der Europäischen Eisenbahnindustrie (UNIFE) verleihen Moritz Leuenberger in Brüssel den European Railway Award 2009. Sie würdigen damit seinen Einsatz für eine nachhaltige Verkehrspolitik.

Vier Bücher:

“Träume und Traktanden” (Reden und Texte, 2000)
“Protokoll einer Stunde über das Alter (ein Gespräch mit Laure Wyss 2001)”
“Die Rose und der Stein. Grundwerte in der Tagespolitik” (2002)
“Lüge, List und Leidenschaft. Ein Plädoyer für die Politik” (2007)